Augen
blaues Licht
Gasentladungslampen wie die Quecksilberdampflampe, zu der die sogenannte Energiesparlampe zählt, emittieren ein diskontinuierliches Linienspektrum mit einigen Spitzen vor allen im blauen Bereich.

© Alexander Wunsch 1
"Die vorangegangene Darstellung zeigt, daß blaues Licht stärkerbrechend ist und daher in einer anderen Ebene fokussiert ist als die längerwelligen Lichtanteile. Dies führt zu Farbsäumen und Unschärfe, weshalb Piloten und Scharfschützen, aber auch immer mehr Sportler z.B. gelbe Brillen oder entsprechende Kontaktlinsen tragen, die die überschüssigen Blauanteile ausfiltern" 1
Augenbelastung 2
"Das Energiesparlampenlicht enthält im Gegensatz zur Glühbirne einen viel zu hohen schmalbandigen kurzwelligen Blauanteil. Dieser schädigt die Rezeptorzellen der Netzhaut oxidativ und treibt die Entwicklung der Makuladegeneration voran, ein heute ohnehin schon weit verbreitetes Problem. In der Makula lutea gibt es nur sehr wenig Rezeptoren für blaue Lichtanteile, weswegen diese Frequenzen durch das gelbe Pigment Lutein herausgefiltert werden müssen, um die Stelle des schärfsten Sehens zu schützen. Die Menge des verfügbaren Pigments ist aber am Blauanteil der natürlichen Lichtverhältnisse dimensioniert. Blau übersättigtes Kunstlicht kann daher nur zum kleinen Teil gefiltert werden, der Rest schädigt die nicht mehr geschützten Sinneszellen. Ferner verändert das gebündelte kurzwellige blaue Licht den kolloidosmotischen Zustand der Augenlinse und führt zum grauen Star, und an der Hornhautoberfläche des Auges entsteht stressbedingte Trockenheit."
Netzhautschädigungen 3
Tierversuche bestätigen Netzhautschädigungen der Augen durch Fluoreszenzlicht wie es Energiesparlampen aussenden.
Tag- und Nachtsehen 4
Wir nehmen das Licht am Tag und in der Nacht unterschiedlich wahr.
"Bei Tag nehmen wir das Licht und die Farben mit den etwa 7 Mio. Zäpfchen wahr, während uns - in der Dämmerung und Nacht - etwa 140 Mio. Stäbchen, die zwar nicht farbtüchtig, dafür aber sehr lichtempfindlich sind, das Sehen auch bei schwächstem Licht ermöglichen.Unser Sehsinn hat also zwei verschiedene, polare Ausprägungen erfahren, die eine, die dem hellen, bläulichen Licht des Tages angepasst ist, und die andere, die dem schwachen, rötlich-gelben Licht der Kerze oder des Feuers entgegenkommt. Dies bedeutet aber auch, dass wir für die gleiche Sehaufgabe bei Tageslicht eine deutlich höhere Beleuchtungsstärke als bei rötlich-gelbem Licht brauchen. In der allgemeinen Beleuchtungstechnik trägt interessanterweise die Behaglichkeitskurve von Kruithof obiger Tatsache auch messtechnisch Rechnung. Die Kurve sagt aus, dass die Beleuchtungsstärke um so größer sein muss, je tageslichtähnlicher das Licht wird. Das bedeutet: Ein tageslichtähnliches Leuchtstofflampenlicht wirkt für unser Empfinden wesentlich dunkler als ein gleichhelles Glühlampenlicht. Bei einer Kerze mit einer Farbtemperatur (T) unter 2000 K genügen 15 lx (Beleuchtungsstärke); bei Glühlampenlicht T ˜ 2800 K fühlt man sich bei etwa 150 lx wohl, bei einer neutralweißen Leuchtstofflampe mit T ˜ 3500 K werden etwa 500 lx benötigt."
Störung des Wach-Schlaf-Rhytmus
Licht verhindert die Bildung des Hormons Melatonin
"Die heute gebräuchlichen Energiesparlampen haben einen hohen Blauanteil. Und Licht aus dem blauen sichtbaren Spektrum ist ein Takter für die innere Uhr am Tage. Das heißt, es ist sehr gut für die innere Uhr, wenn am Tage ein hoher Blauanteil da ist. Wenn dieser Blauanteil aber während Nacht vorhanden ist, dann ist das falsche Signal an die innere Uhr und bringt diese durcheinander. Störungen der inneren Uhr – wissen wir heute – führen zu Störungen in jedem Bereich der Medizin; wir wissen, dass das zum Beispiel Einfluss hat auf Tumorerkrankungen, aber auch auf Herzinfarkte, auf Depressionen und ganze Reihe von anderen Erkrankungen."
Dr. Dieter Kunz, Chefarzt Psychiatrisches Uniklinikum Charité:
