
Energiesparlampe 1
Funktionsweise
giftige Inhaltstoffe
giftig und teuer
Sonstige Schadstoffe
Was tun bei Glasbruch?
Energiesparlampen mit Amalgam
Splitterschutz oder Schutzkolben
Quecksilberaustritt trotz Splitterschutz
Hoher Blauanteil
Gegenargumente
Funktionsweise einer Energiesparlampe
Eine "Energiesparlampe" ist eine Leuchtstoffröhre in kompakter Bauform, meistens mit einem Schraubsockel, bei dem das benötigte Vorschaltgerät integriert ist. Es wandelt die 50-Hertz-Frequenz der Stromversorgung in etwa 40 000 Hertz um. Und diese ist zusätzlich mit 100 Hertz gepulst. Dadurch wird die Frequenz der Handystrahlung ähnlicher. Jede Lampe ist sozusagen ein kleiner Funksender mit gepulster elektromagnetischer Strahlung.

elektronisches Vorschaltgerät einer 12-Watt-Energiesparlampe
Hg... hydrargyrum = Quecksilber
Ar ... Argon = ein Edelgas
Dieses Bild zeigt wie viele unterschiedliche Komponenten notwendig
sind um allein das EVG
für eine "Sparlampe" zu erzeugen.
In einer Kompakt Leuchtstofflampe befindet sich ein Gas, meistens Quecksilbergas, das durch den Rhythmus der elektrischen Spannung Impulse aus ultraviolettem Licht, das für unsere Augen unsichtbar ist, auszusendet. Dieses wird durch die an der Innenwand befindlichen Leuchtstoffe (Phosphate) sichtbar gemacht.

Sichtbarer Bereich des Quecksilber-Spektrums
Da
die Nachleuchtzeit einige Tausendstel Sekunden beträgt,
würden wir bei geringer Frequenz ein Flimmern wahrnehmen.
Durch das Vorschaltgerät ist es möglich
die Frequenz auf 100 Lichtimpulse pro Sekunde zu erhöhen
(100 Hz). Das ist natürlich ein ständiger physiologischer
Reiz für das Nervensystem.
Das Messdiagramm zeigt die einzelnen Impulse. Es sind 100 pro Sekunde. Das bedeutet die Lampe wechselt 100 mal pro Sekunde zwischen Licht an und Licht aus und das Auge muß in kurzer Zeit extreme Kontrastunterschiede bewältigen ( hell - dunkel - hell - dunkel - ...)
giftige Inhaltstoffe
Eine
sogenannte "Energiesparlampe" kann neben dem hochtoxischen
Quecksilber folgende giftige Schwermetalle
enthalten: Arsen, Beryllium, Blei, Brom und Cadmium (
Schwermetalle) und muß als
Sondermüll entsorgt werden.
In Iceland hat die "Icelandic Consumer Ageny" Osram verboten Kompaktleuchtstofflampen als umweltfreundlich zu bezeichnen und zu behaupten eine 11Watt Kompaktleuchtstofflampe entspräche einer 60-Watt Gühbirne. 2
giftig und teuer
In Kompaktleuchtstofflampen wird der Rohstoff Yttrium, der zu den so genannten Seltenen Erden zählt verwendet. Es wird fast zu 100% in China abgebaut. Der Abbau von seltenen Erden ist giftig und kostenintensiv. Rohstoff-Experte Hubertus Bardt:
"Elektromobilität, Solarzellen, Energiesparlampen: Das sind alles Dinge, die mehr und kritischere Rohstoffe benötigen als die einfache alte Glühbirne." 3
Sonstige Schadstoffe 4
"Die Elektronik-Platine und das Plastikgehäuse sind mit Flammschutzmitteln ausgerüstet. Diese können während des Betriebes ausgasen, was wie bei anderen elektronischen Bauteilen zu Geruchsbelästigungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann."
Was tun bei Glasbruch?

©thimfilm.at Szene aus Bulb Fiction
siehe
Entsorgung
Die Lampenindustrie präsentiert folgende Lösungen um den Konsumenenten vor Quecksilber, das bei Glasbruch entweichen kann, zu "schützem".
"Energiesparlampen mit Amalgam
Bei diesen Lampen ist das Quecksilber in ausgeschaltetem Zustand teilweise als Amalgam in einer Metalltablette gebunden.[...} Ist eine Amalgam-Lampe eingeschaltet und zerschellt, wird deshalb ebenfalls Quecksilber freigesetzt. Zudem scheinen amalgamhaltige Lampen zu Zündungsproblemen bei niedrigen Temperaturen zu neigen.
Splitterschutz oder Schutzkolben
Das Risiko brechender Lampen lässt sich durch Modelle mit Splitterschutz verringern. [...]Zu berücksichtigen ist, dass ein Splitterschutz möglicherweise die Helligkeit der Lampe beeinflusst. " 5
Quecksilberaustritt trotz Splitterschutz
Das UBA untersuchte Energiesparlampen auf ihre Bruchsicherheit mit folgendem Ergebnis:
Bisher ist keine Lampe vollständig bruchsicher; die handelsüblichen Schutzhüllen verhindern nicht, dass Quecksilber austreten kann. Energiesparlampen mit Splitterschutz, die etwa einen Silikonüberzug besitzen, brechen allerdings nicht so schnell.5a
Hoher Blauanteil im Licht einer Kompaktleuchtstofflampe

© Alexander Wunsch
Das Problem der Unschärfe wird in der Rubrik Augen genauer erörtert.
Gegenargumente
"Aber es gibt ja mittlerweile auch "warm-welße" Energiesparlampen "
Man kann mit Kompakt-Leuchtstofflampen mittlerweile neben dem bekannten
"kalten Licht" auch "warm-weißes" Licht erzeugen,
aber eine sogenannte "Energiesparlampe" erzeugt ein diskontinuierliches
Farbpektrum und kein Vollspektrum wie die Glühbirne
und die Halogenlampe. (
Lichtqualität)
Professor Heinrich Krammer, Lichtdesigner an der Universität Aachen ist davon überzeugt, daß alle "Energiesparlampen" unabhängig von der Lichtfarbe - warm-weiß ode neutral-weiß oder Tageslicht-weiß den selben die Augen schädigenden Blauanteil enthalten. 6
"RoHS-compliant oder RoHS-konform
7a bedeutet,
daß kein Quecksilber in Kompaktsparlauchten enthalten ist."
Das stimmt leider nicht so!
Laut Artikel 4 Absatz 1 der Richtlinie 2002/95/EG7 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. Januar 2003 zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten ist Quecksilber in Elektro- und Elektronikgeräten "verboten".
Die vorläufigen Ausnahmen der Richtlinie sind u.a Quecksilber in Kompaktleuchtstofflampen in einer Höchstmenge von 5 mg je Lampe und Quecksilber in stabförmigen Leuchtstofflampen für allgemeine und besondere Verwendungszwecke.
"Bei Verwendung von Kompaktleuchtstofflampen wird Quecksilber eingespart"
Die Tageszeitung "Der Standard" schreibt in seiner Ausgabe vom 26. August 2009:
"Und auch bei der Stromerzeugung aus Kohle entstehe Quecksilber, bei weiterer Verwendung von Glühbirnen daher mit höherem Strombedarf mehr als bei Energiesparlampen. Dies geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage hervor. Damit könnte mit ESL Vierfünftel des Quecksilbers bei der Energie zur Beleuchtung eingespart werden." 8
"Die EU-Mitgliedsstaaten setzen ganz unterschiedlich viel Kohle zur Stromerzeugung ein. In Polen, wo 92 Prozent der Elektrizität aus Kohlekraftwerken stammen, fällt die Ökobilanz ein und derselben Lampe daher ganz anders aus als in Deutschland mit 42 Prozent Kohlestrom oder Frankreich mit gerade mal vier Prozent." 98
Bei Umstieg auf Ökostrom (Wasserkraft, Wind- und Solarenergie) ist die Quecksilberbilanz der Glühbirne gleich O, somit kommt es bei Verwendung einer Energiesparlampe mit Ökostrom zu einer Belastung von Quecksilber für ArbeiterInnen, KonsumentInnen (bei Glasbruch) und der Umwelt (bei der Erzeugung und bei nicht sachgerechter Entsorgung. 10
Laut Statistiken des deutschen Bundesumweltsamtes fand man im Jahre 2007 ungefähr 80 Millionen Energiesparlampen im Hausmüll oder Altglascontainer.
Weiterführende
Informationen:
* alle Argumente im Überblick
* Studien
* Tests
Quellenhinweise:
1 Die Energiesparlampe ist nicht die Lösung!
2 Reality bites! - Greenpages PLDA (Professional Light Designers Association)
4 Sonstige Schadstoffe (wikipedia)
5a Energiesparlampen: Bei Bruch ist Lüften das A&O (UBA)
6 Eu-Glühbirnen-verbot: Sinnlos und gefährlich
7a RoHS (wikipedia)
8 Der Glühbirne reißt der Faden (derstandard.at)
9 Aus der Fassung (brand eins)


