Buchtip:
Im Zwielicht  Klaus Stanjek
Zwielicht

Klaus Stanjek
Die Ökologie der künst­lichen Helligkeit

 

Info & Docs:

Energiesparlampen
Dämpfe, Quecksilber und Lichtqualität
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LEDs
Blaulicht, Blendung & Lichtflimmern
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Lampenvergleich
Glüh, Halogen, Spar & LED im Vergleich
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»Die Sparsamkeit der Glühbirne liegt in der Zeit, in der sie nicht brennt.«
Ulf Erdmann Ziegler

Reaktionen

Brief

Eine Auswahl von Leserzuschriften, die vertraulich behandelt und nur nach Rücksprache und völligem Einverständnis veröffentlicht werden.

Leserbrief an SWR 1
Situation in Ecuador
Leserbrief an WWF

 

Leserbrief an den SWR 1

Nachdem ein »Umweltexperte« in einer Radiosendung des SWR 1 die Sparsamkeit von LEDs lobte, hat ein Besucher meiner Webseite folgenden Leserbrief an den Sender geschrienben:

Einen wunderschönen, taufrischen guten Morgen,

das Licht der Glühbirne ist physiologisch. Kein Ersatz kann dem sog. Vollspektrum das Wasser reichen. Die Spektralspitzen von LED und Energiesparlampen beeinflussen den Hormonhaushalt.

Abgesehen davon handelt es sich bei dem Ersatz um Energie und Resourcen verschwendend produzierte Elektrogeräte mit seltenen Erden etc. Das Verbot ist lobbygetrieben; jeder weiß, dass die Industrie an Glühbirnen nichts mehr verdient.

Die Ökobilanz dieser Leuchtmittel ist unterm Strich weitaus schlechter als die der schlichten Glühlampen.

Wenn Sie schon so ein Thema aufgreifen, sollten Sie objektiv an das Thema rangehen. Der Beitrag soeben war einseitig.

Grüße
MPeters

 

Ecuador - Sparlampe am Flussufer

Bericht über die fehlenden Entsorgungsmöglichkeiten von Sparlampen in Ecuador

Hallo!

Ich bin gerade in Ecuador und bin erschüttert. Die Giftlampen werden nicht entsorgt, sondern einfach irgendwo weggeworfen, da es Ecuador weit (bzw. Südamerika weit) keine Entsorgung gibt und sie bestenfalls einfach mit dem normalen Hausmüll verbrannt oder deponiert werden oder einfach irgendwo achtlos weggeworfen werden!

Gestern habe ich eine Giftlampe am Rand von einem Flusslauf gesehen, zusammen mit anderem Müll. Sie war noch ganz (aber wielange??!!). Leider habe ich sie nicht fotografiert. Die Leute hier und in Europa verdrängen einfach die Gefährlichkeit der Lampen. In ein paar Jahren werden dann die Umwelt hier in Ecuador mit Quecksilber verseucht sein und noch nie da gewesene, nicht kurierbare Krankheiten werden auftauchen.

Mein Reisebegleiter aus Deutschland, ansonsten recht informiert, hatte nur magere Argumente: Man kann ja keine Glühbirnen mehr kaufen... Das Hauptargument von über 98% der Bevölkerung, denke ich mal! Anstatt die Giftlampen zu boykottieren, vorzusorgen und Glühbirnen zu bunkern oder im Internet stoßfeste Lampen zu bestellen oder politisch gegen das Glühbirnenverbot vorzugehen, zieht man sich einfach auf das Argument zurück, dass man keine Glühbirnen mehr kaufen kann.

Er wusste das mit den stoßfesten Lampen nicht, obwohl man das mit 2 Minuten googlen herausfinden kann. Den Menschen scheint ihre Gesundheit egal zu sein. Wenn ich die Leute darüber informiere, wird einfach das Problem mit Vogelstrausspolitik ignoriert. Ich habe einen Hostelbesitzer darauf hingewiesen und stieß auf taube Ohren, obwohl sonst alles mit Lehm und Holz dort vorbildlich gemacht wurde, aber bei den Giftlampen setzt das Denken aus und die Bequemlichkeit gewinnt. Im schlimmsten Fall fühlen sich die Angesprochenen persönlich angegriffen.

 

Leserbrief an WWF

Ein Leser meiner Webseite hat sich beim WWF über den Folder Ratgeber Licht,1 den der WWF in einer Kooperation mit Interspar herausgegibt, beschwert. Darin werden LEDs und Energiesparlampen empfohlen. Nachfolgend die Kommunikation:

 

Die Beschwerde:

Guten Tag

Dies ist eine kurze und unvollständige Begründung warum ihr Folder1 falsch ist.

Anscheinend haben Sie noch nicht alle wissenschaftlichen Daten vorliegen, oder aber ihr unterstützt nun die Industrie und seid nicht für den Umweltschutz!

Denn Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren als empfehlenswert und LED Lampen als sehr empfehlenswert einzustufen ist kein bißchen umweltbewußt!

Es gibt genügend Informationsmaterial die dagegen sprechen und zB auf 3 Sat und ORF gesendet werden. Wissenschaftler und Konsumententest die das untermauern!

Die Eu hatte an den Tag wo das Glühbirnenverbot unterschrieben wurde KEINE wissenschaftliche Daten!

Was in Ihrem Folder steht »Falls eine Lampe zerbricht, muß u.a. sofort gut gelüftet werden« , ist nicht alles, denn:
Quecksilber geht sofort in die Lunge und das kann nicht vermieden werden, ist krebserregend, geht dann ins Grundwasser, und das trinken dann alle auf der Erde, also Mensch, Tier und Pflanzen.

Aus meiner Erfahrung ist das Licht sehr schlecht und unangenehm! Das ist auch wissenschaftlich untermauert. Das geht auf das Wohlbefinden!

Was WWF also folglich tun sollte ist sich für das Glühbirnenverbot rückgängig machen einsetzen!

 

Die Antwort:

Sehr geehrter Herr XY,

in vielen Punkten bin ich ganz Ihrer Meinung. Es gibt wirklich viele andere, größere Energiesparthemen. Viele davon bearbeiten wir auch.

Natürlich ist jede Produktbewertung eine Unterstützung für die Industrie. Es ist auch ganz klar die Strategie des WWF Firmen zu unterstützen bessere Produkte zu verkaufen und mehr Umweltschonende Produkte auf den Markt zu bringen. Auf unserer Internetseite sehen Sie die aktuellen Kooperationen, unter vielen anderen auch mit dem Österreichischen LED-Hersteller Ledon.

Es ist auch die Strategie des WWF bis 2050 zu einem weitgehend Fossilenergiefreien Europa zu kommen. Bitte lesen sie dazu auch unseren »Energy Report« auf www.wwf.at/de/studien/2. In einem Satz heißt das: Halbierung des Energieverbrauches und nahezu vollständige Deckung des Energiebedarfes aus nachhaltigen erneuergaren Energiequellen. Dazu bedarf es vieler kleiner und großer Schritte. Lampen die 80% weniger Strom verbrauchen sind nur einer davon. Und diese müssen immer besser und Umweltfreundlicher werden. Quecksilber in Lampen muss so schnell wie möglich verboten werden.

Mit besten Grüßen,

Karl Schellmann
Klimaschutz & Energie
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WWF Österreich
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E-Mail: karl.schellmann@wwf.at
Internet: www.wwf.at
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Kommentar:

Die Antwort vom WWF geht überhaupt nicht auf die Lichtqualität, gesundheitliche Belastungen (Dämpfe & Quecksilber) und die Umweltproblematik ein. Die versprochene Ersparnis von 80% scheint in der Realität nur ein Schein zu sein. Ein Überblick über die angesprochene Zusammenarbeit des WWF mit der Industrie findet sich im Artikel »Grünes Bewusstsein« im Abschnitt »WWF«


Quellenhinweise:

1 Ratgeber Licht | WWF Interspar (pdf)

2 Energy Report (WWF)