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Lügendes Licht: Die dunklen Seiten der Energiesparlampe
Lügendes Licht

Die dunklen Seiten der Energie­spar­lampe

 

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Glüh, Halogen, Spar & LED im Vergleich
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»Die Sparsamkeit der Glühbirne liegt in der Zeit, in der sie nicht brennt.«
Ulf Erdmann Ziegler

CO2-Bilanz

"Durch das Glühlampenverbot wird in Europa keine Tonne CO2 eingespart werden. Wir haben in Europa ein sehr gutes Instrument, den Emissionsrechtehandel, der eine Obergrenze für die Emissionen mit CO2 festlegt. Wenn nun durch das Glühlampenverbot weniger Strom nachgefragt wird, führt das dazu, dass die Stromerzeuger weniger von diesen Verschmutzungsrechten benötigen, genau diese werden aber andere Branchen aufgreifen und in der Summe bleiben die Emissionen an CO2 die gleichen. Die beiden Instrumente zusammen, Glühlampenverbot oder andere technische Maßnahmen und der Emissionsrechtehandel funktionieren nicht. Ökologisch ist das Glühlampenverbot vollkommen wirkungslos."

Andreas Löschel, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung 1

 

Transport der Rohstoffe

Eine "Energiesparlampe" besteht aus wesentlich mehr Bestandteilen als eine Glühbirne. Die dafür erforderlichen Rohstoffe müssen aus unterschiedlichen Orten zum Produktionsstandort - Zwei Drittel der "Energiesparlampen" werden in China für die EU produziert - transportiert werden. Damit erhöht sich der CO2-Ausstoss.

 

Produktion

co2 Fußabdruck
Die Produktion einer "Energiesparlampe" ist nach unterschiedlichen Quellen nach um 42, 103 bis zu 12 -154 mal aufwendiger als die einer Glühbirne. Dabei wird auch mehr Strom und Co2 verbraucht, denn der Strom in China stammt zu einem hohen Prozentsatz aus Kohlekraftwerken, die bei der Stromerzeugung Co2 emittieren.

Laut Herstellerangaben beträgt der Energieaufwand zur Herstellung einer Energiesparlampe etwa 3,4 kWh, während es bei einer Glühbirne 0,85 kWh sind.2

 

Transport

Der Transport von China nach Europa führt zu größeren CO2-Emissionen als der Transport der ursprünglich in Europa produzierten Glühbirnen.

Nach einem Bericht der TU-WIen beträgt das Gewicht einer Glühbirne rund 30 g , während das Gewicht einer Kompaktleuchtstofflampe inkl. elektronischen Vorschaltgerät rund 90 g beträgt.5
Somit fallen beim Transport durch das größere Gewicht der Kompaktleuchtstofflampen höhere Treibstoffkosten an.

 

Verbrauch

Die britische Organisation "The Market Transformation Programme" ist bei der Berechnung des Heat Replacement Effect zu dem bemerkenswerten Ergebnis gekommen, daß bei Verwendung von Ökostrom die CO2-Bilanz der "Energiesparlampe" negativer ist, als die der Glühbirne.

 

Entsorgung

Die Entsorgung der Glühbirne erfolgt problemlos im Restmüll.

Die "Energiesparlampe" muß auf Grund ihres Quecksilbergehaltes in Problemstoffsammelstellen als Sondermüll entsorgt werden.

Die Recherche des NDR-Journalisten Güven Purtul (mehr Info: Brenndauer videos) hat ergeben, daß in Deutschland die "Energiesparlampen" erst nach mehrmaligen Transporten dem Recycling zugeführt werden. Jeder zusätzliche Transport verschlechtert die CO2-Bilanz.

Das Altlampen-Recycling6 erfolgt entweder im Kapp-Trenn-Verfahren oder der Glasbruchwaschanlage. Beide Verfahren sind aufwendig und verbrauchen Energie. Da das Recyclen von Quecksilber teurer als die Neugewinnung ist, wird dieses in Untertage-Deponien in Fässern zwischengelagert. entsorgung

 

Vier Promille CO2-Einsparung 7

Ab 2012 soll durch das Verbot der Glühlampen 15 Millionen Tonnen CO2 - das sind vier Promille der gesamten europäischen CO2-Emissionen - in der EU eingespart werden .

Wenn man bedenkt, dass allein China mit einer jährlichen Steigerungsrate von mehr als zehn Prozent 5 000 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr in die Luft bläst, bedeutet die europäische Einsparung von vier Promille eine Verzögerung der Zunahme der globalen CO2-Emission um gerade einmal eine Woche.

 

"Wer den Kohlendioxidausstoß senken will, muss dafür sorgen, dass weniger fossiler Kohlenstoff in Umlauf gelangt."

Eine sinnvolle Klimapolitik würde beim Angebot ansetzen, nicht bei der Nachfrage; sprich: die Förderung respektive den Import fossilen Kohlenstoffs begrenzen."

Marcel Hänggi ist Historiker, Wissenschafts- und Umweltjournalist 8

 


 

CO2 Bilanz Heatball - Sparlampe:

Das EU-Glühlampenverbot brachte Siegfried Rotthäuser aus Essen auf die Idee Glühbirnen als Heizungen - heatball 9a - zu verkaufen. Nun hat er eine Co2-Bilanz9b der Glühbirnen zum Verwechseln ähnlich aussehenden Heizungen veröffentlicht

Annahme: 40.000 Heatballs werden durch 40.000 Energiesparlampen ersetzt, die bei optimistischer Annahme 80% Energie einsparen.

Heatballs belasten die Umwelt mit 4.025 ton CO2
Die Regenwaldspende entlastet die Umwelt von 26.760 ton CO2
Sparlampen belasten die Umwelt mit 805 ton CO2
Energiesparlampen belasten die Umwelt mit 100 g Hg

Heatballprojekt entlastet die Umwelt von 22.735 ton CO2

 


 

CO2 Ausstoß von Glühbirnen und Autos - ein Vergleich

 

"Die Glühbirne spendet Licht und Wärme.
Aber keine einzige Glühbirne setzt CO2 frei." 10

 

"Nicht der Konsument,
der am Ende der Stromleitung
hinter dem Zähler sitzt
und sich an der Glühlampe wärmt,
verschmutzt die Umwelt,
sondern die Energiewirtschaft,

welche den Strom erzeugt." 10

 

autoabgaseEgon W. Kreutzer kommentiert auf seiner Webseite das plötzliche Ende der Debatte um den CO2-Ausstoß der Personenkraftwagen, der wesentlich höher ist als der CO2-Ausstoß bei der Stromerzeugung, die für Glühbirnen benötigt wird.

25 Millionen Tonnen Co2 pro Jahr verbraucht die europaweite Verwendung von Glühbirnen - das sind 136 Gramm Co2 täglich pro Europäer.

Diese Zahl ergibt sich bei der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien würde die Rechnung anders aussehen.

Nach der Selbstverpflichtung der Automobilindustrie aus dem Jahre 1998 sollte der Co2 Ausstoß eines Autos auf 135 Gramm Co2 pro Kilometer beschränkt werden, Neuwagen emittieren mittlerweile aber durchschnittliche 172g Co2 pro gefahrenen Kilometer.

Somit ist der Co2-Austoß pro gefahrenen km schon wesentlich höher als der der täglichen Glühbirnenverwendung.

"Alle europäischen Glühlampen miteinander verursachen
nur 4% der CO2-Menge, die von den Pkws emittiert wird." 10

 

Co2-Verbrauch Glühbirne Atmung Mensch< Auto
täglich/pro Europäer 136g 1 kg 3,6 kg *
gesamt
im Jahr
25 Millionen Tonnen 182 Millionen Tonnen 625 Millionen Tonnen

* Autos fahren durchschnittlich 15.000 km pro Jahr - und auf jeweils
zwei Europäer entfällt im Mittel ein Pkw - daraus rechnen sich
bei 175 g CO2 pro km die 3,6 kg pro Europäer und Tag 10

 


Co2-Emissionen in Verkehr und Industrie

Formel 1

464 Tonnen CO2 bläst die Formel 1 pro Saison in die Luft. a

 

Luftfahrt

Ein Flug von Deutschland nach Hawai macht etwa 6 Tonnen CO2 pro Person aus. a

 

Autofahrt

Ein PKW mit 140 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer und einer Laufleistung von 10.000 Kilometern bläst pro Jahr 1,4 Tonnen CO2 in die Luft. b

Ein Porsche Cayenne hat hingegen einen CO2 Ausstoß von 361g/km. c

Ab 2012 gilt der Grenzwert von 130g/km. d

Der CO2-Ausstoß neu zugelassener Autos betrug 2008 im Schnitt 165g/km. f

 

Industrie

Das von Bayer und Trianel in Krefeld geplante Kohlekraftwerk würde jährlich 4,4 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre blasen. e

 


Quellenhinweise:

1 Teuer, sinnlos, gefährlich - Forscher warnen vor EU-Glühbirnenverbot (link nicht mehr aktiv)

2 Energiesparlampe (dynamo - radio orange)

32 Bayrisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

4 Mit der Lampe hinters Licht geführt

5 Technisch-naturwissenschaftliche Grundlagen für den Vergleich von Kompaktleuchtstofflampen mit herkömmlichen Glühlampen (TENAKO)

6 Altlampen-Recycling (wikipedia)

7 Energieeffizienz mit Haken (pdf)

8 Adieu, gute alte Glühbirne - willkommen, Sparbastard

9a Heatball

9b Co2-Bilanz Heatball (pdfi)

10 Glühbirnenfieber

11 Kathrin Hartmann - Ende der Märchenstunde

11a Seite 156

11b Seite 162

11c Seite 164

11d Seite 169

11e Seite 179

11f Seite 35